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SPD besichtigt Schlachthof Holzminden

Schlachthof
29. Juni 2011


Schlachthof
Holzmindener SPD entdeckt eine wirkliche Rarität: Schlachthof Holzminden, klein, aber oho!

Am 09.06.2011 machte der SPD-Ortsverein einen Spaziergang durch die Geschichte des Schlachthofs, über die Gründung der Holzmindener Schlachthofgesellschaft mbH, die wirtschaftlichen und personalen Entwicklungen und natürlich auch die Gebäude an der Steinbreite 16. Die Anwesenden der SPD verfolgten den Vortag von Wilfried Koch, dem Geschäftsführer, mit großem Interesse, freuten sich über die intensive Diskussion und freundliche Bewirtung.
Der Holzmindener Schlachthof wurde 1895 eröffnet, nachdem das Reichsgesetz aufgrund von hygienischen Problemen private Schlachtungen verbot. In den Jahren schrumpfte der Bedarf nach regionalen Schlachthöfen und von 1986 bis 1988 erwirtschaftete die Stadt Holzminden mit dem Schlachthof so große Verluste, dass Personal- und Unterhaltungskosten der Gebäude und betrieblichen Einrichtungen nicht mehr gedeckt werden konnten. Viele Schlachthöfe und Betriebe mussten in der Zeit geschlossen werden.
Die Stadt Holzminden betrieb den Schlachthof bis 1988 ca. 93 Jahre und übergab ihn an die damaligen Nutzer des Schlachthofes, die zu Gesellschaftern der Holzmindener Schlachthofgesellschaft mbH  wurden. Der Übernahmevertrag beinhaltete die Verpflichtung den Schlachthof als öffentliche Einrichtung weiterzuführen. Seit dieser Zeit wird der Schlachthof nach dem Konzept: „Wir betreiben einen verbrauchernahen EU-Schlachthof“ als mittelständischer Dienstleistungsbetrieb für Fleischerfachgeschäfte und Landschlachtereien in der Region betrieben.
Seit 1989 wurde in jedem laufenden Geschäftsjahr Gewinn erwirtschaftet. „Die Gesellschaft betreibt den Schlachthof jedoch nicht gewinnorientiert, alle Gewinne werden für Instandhaltung bzw. für erforderliche Neuanschaffungen verwendet“, so Wilfried Koch. Im Stadtgebiet Holzminden gibt es nur noch sechs Schlachtereien, deswegen wird hier für 35 Fleischereien und Landschlachtereien geschlachtet und es werden Kunden im Umkreis bis zu 50 Kilometern beliefert.
Nach der Überprüfung durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) im Februar 2009 bekam der Holzmindener Schlachthof die EU-Zulassung. Hervorzuheben ist hier, so der Geschäftsführer Koch, dass diese Erteilung der Zulassung durch großes Engagement in der Vorbereitung seitens der Geschäftsführung und der Angestellten des Schlachthofes erreicht wurde.
Seit einiger Zeit gibt es Diskussionen über eine mögliche Privatisierung des Schlachthofs zur Entlastung des hohen Verwaltungsaufwand und der entsprechenden Folgekosten im Bezug auf EQUINO, ein Qualitätsmanagementsystem der niedersächsischen Veterinärbehörde. Hier würde der Landkreis mit dem Veterinäramt für Lebend- und Fleischbeschau verantwortlich werden und die Tierärzte anstellen. Weiterhin ist eine Änderung der Gebührenordnung anstatt der Bezahlung nach Stückzahl zur Stundenvergütung nach Tierarzttarif notwendig. Keine Anpassung würde zur Schließung des Schlachthofes führen und die Auswirkungen dessen sind sehr weitläufig für alle Beteiligten.
Für die Anwesenden des Schlachthofs und des SPD-Ortsverein ist klar, dass das Bewusstsein der Holzmindener Bürger und Politiker über das Konsumverhalten, den Verkaufspreis und den Fleischverzehr von großer Bedeutung ist. Hierbei sollen Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung helfen. Weiterhin sind der Nachweis von Qualität und die Verbrauchernähe von höchster Priorität, denn es geht darum den Schlachthof für die allgemeine Bevölkerung zu erhalten. Bis jetzt ist das Bestehen des Schlachthofes ein Verdienst der Eigenleistung und Initiative aller Beteiligten, doch die finanzielle Situation ist äußerst kritisch und erfordert einen dringenden Handlungsbedarf!
 



 



 

 
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